Vollverstärker Arcam A49 Arcam

Arcam präsentiert mit dem Stereoverstärker A49 das Spitzenmodell eines gut sortierten Produktportfolios. Dabei soll eine potente Technik für überragende Signalverarbeitung und somit bestmögliche Klangqualität sorgen. Ob dem so ist, hat AV-Magazin getestet.

5.500 Euro – das ist nicht etwa der Preis für einen gebrauchten Kleinwagen, sondern für den hier vorstelligen Stereoverstärker. Da darf man schon etwas erwarten. Auch wenn es die Optik zunächst nicht erahnen lässt, der Arcam A49 birgt unter der schlichten Haube besonders kraftvolle Technik. Ganz dem britischem Understatement verpflichtet, trägt er in puncto Außendarstellung nicht ganz so dick auf, wie manch seine Mitbewerber. Das Gehäuse schimmert in einem dezenten seidenmatten Schwarz, die Regler und Knöpfe sind unauffällig in der Frontplatte versenkt. Ganz ohne Schick und Schnack. Ganz nach dem Motto, Leistung zeigt man nicht, man hat sie. So darf der geneigte Kunde eine erhabene Klangqualität erwarten, die auch bei anspruchsvollsten Lautsprechern stets den kontrollierten Takt angibt. Und weil Arcam von der Detailqualität seines Spitzenmodells so überzeugt ist, gewähren die Briten volle fünf Jahre Garantie. Voraussetzung dafür ist allerdings, das der Kunde sein Gerät beim Hersteller registriert.

Die Ausstattung des Arcam A49 ist bewusst auf die klassischen HiFi-Tugenden beschränkt. DA-Wandler, Netzwerkzugang oder Digitalanschlüsse sucht man vergeblich. Das war aber auch nicht die Intention von Arcam. Viel mehr wollte man eine puristische Klangmaschine bauen, bei der der Anwender Zahl und Umfang der Peripheriegeräte selbst bestimmt. Lautsprecher finden über die sehr massiven Schraubklemmen Anschluss. Die stabilen Terminals befinden sich auf der Rückseite des A49 und sind mit Klarkunststoff-Hülsen überzogen, um einen Kurzschluss zwischen den Anschlüssen beim Kabelverbinden zu vermeiden. Über die acht Polklemmen können zwei Lautsprecherpaare getrennt voneinander geschaltet werden. Die vergoldeten Anschlüsse sind so ausgeführt, das Bananenstecker, pure Litze und Kabelschuhe eine perfekte mechanische Verbindung gewährleisten. Für den Anschluss von Quellengeräten stehen insgesamt sieben Stereo-Eingänge bereit. Die solide ausgeführten Cinchbuchsen nehmen die analogen Audiosignale von CD-Spielern, Radios, Festplatten-Rekordern oder auch Fernsehgeräten entgegen. Eine Besonderheit stellt der eingebaute MM-Phono-Vorverstärker dar. So finden Plattenspieler mit Moving Magnet-Tonabnehmer besonders einfach Anschluss an dem Arcam A49. In Anbetracht der hohen Anschaffungskosten des A49 und der damit einhergehenden Klangansprüche seines Nutzers währe eine zusätzliche MC-Phono-Vorstufe mehr als sinnvoll. Für den Anschluss weiterer Endstufen und Aufnahmegeräten stehen zudem zwei stereophone Audioausgänge bereit. Diese sind ebenfalls mit Cinchbuchsen ausgestattet und jeweils in geregelter und ungeregelter Ausführung vorhanden. Neben den zuvor beschriebenen asymmetrischen Audioeingängen bietet der A49 aber noch einen echten Leckerbissen in Sachen Schnittstellen. Je zwei XLR-Eingänge und -Ausgänge mit vorgeschalteten Symmetrierern nehmen Audiosignale von hochwertigen Zuspielern entgegen oder leiten sie an kompatible Endstufen weiter. Für die automatische Gleichschaltung anderer Peripheriegeräte stehen auf der Rückseite zudem zwei Trigger-Ausgänge mit wahlweise 6 oder 12 Volt Schaltspannung bereit. Sind dort der optionale DA-Wandler, AirPlay- oder Bluetooth-Adapter der Arcam-rSerie verbunden, werden die Erweiterungsgeräte automatisch mit dem A49 an- und abgeschaltet. Zu guter Letzt rundet ein Kopfhörer-Ausgang die Anschlussvielfalt ab. Die Buchse ist in der Frontplatte eingelassen und kann 3,5-Millimeter große Stereoklinkenstecker aufnehmen. Wer einen hochwertigen klassischen HiFi-Kopfhörer mit dem Arcam verbinden möchte, muss demnach einen 6,3-zu-3,5-Millimeter-Klinkenadapter erwerben.
Das Herzstück eines Hi-Fi-Verstärkers ist das Netzteil. Genauer gesagt der Transformator. Er sorgt für die Spannungswandlung, aus der letztendlich die Signalverstärkung resultiert. Und da hat Arcam den A49 bereits mit besten Genen ausgestattet. So sorgt ein großer Ringkerntraffo für eine besonders laststabile Signalverarbeitung. Damit stets ausreichend Leistungspuffer zur Verfügung steht, haben ihm die Briten gleich mehrere besonders stromstarke Elektrolytkondensatoren zur Seite gestellt. Im Resultat schafft es der A49 so, bis zu 200 Watt Leistung an den Lautsprecher zuliefern. Den parallelgeschalteten potenten Transistorendstufen sei dank. Dabei bezieht sich dieser Wert auf einen messtechnischen Festwiderstand von acht Ohm. In der Praxis sind aber andere Vorzüge viel relevanter für den Klang. Erst das gekonnte Zusammenspiel verschiedener Techniken und Schaltungen bringt einen Verstärker zu klanglichen Höhenflügen. Dabei sollten an dieser Stelle die duale Mono-Lautstärkensteuerung und die symmetrische Signalwegsführung durch den gesamte Verstärker erwähnt werden. So stellt das speziell akustisch gedämpfte Gerätechassis quasi das I-Tüpfelchen dar, um den Bauteilen resonanzarme Arbeitsbedingungen zu schaffen.
Für den Hörtest verbinden wir zunächst ein Paar passive Lautsprecher mit dem A49. Damit wir den Klang bestmöglich bewerten können, entscheiden wir uns für die KEF R300. Dank der tonal neutralen Abstimmung und der hohen räumlichen Abbildungsgenauigkeit sind diese Lautsprecher bestens dazu geeignet, einen Verstärker akustisch zu beurteilen. Und so wundert es kaum, das der A49 bereits in den ersten Spielminuten mit einer sehr kontrollierten Kraftentfaltung überzeugt. Die Bässe klingen straff und dynamisch, brillieren mit agilem Antritt und sauber gezeichnetem Tiefgang. Dabei erstaunt die hohe Leistungsbereitschaft des Arcam-Boliden. Selbst bei hohen Abhörlautstärken sind keinerlei klangliche Einbußen auszumachen. Der A49 versorgt die KEF-Lautsprecher unablässig mit lupenreinen Audiosignalen. Mit schier endloser Kraft und Volumen sorgt der britische HiFi-Verstärker für ungeahnte Hörfreuden, da er selbst die filigransten Details aus einem Signal herausarbeiten kann. Dabei tönt er auch in höheren Tonlagen wunderbar geschmeidig und warm, was bei Gesangsstimmen besonders gut zur Geltung kommt. So ist der Klangcharakter eher harmonisch ausgeglichen als analytisch darstellend. Und genau dieser Eindruck bleibt nach dem Anschluss zweier großer Standlautsprecher erhalten. Auch jetzt gefällt der Arcam-Verstärker mit durchgezeichneten Bässen, neutral tönenden Mitten und unaufdringlichen sanften Höhen. Der A49 ist ein sympathischer Allrounder, der sich in allen musikalischen Genres zuhause fühlt.

Der Arcam A49 ist ein erstklassiger Vollverstärker für HiFi-Liebhaber mit hohen Ansprüchen in puncto Klangqualität. Der kraftvolle Stereo-Bolide im Understatement-Gewand bietet Leistung satt, und das in allen Lebenslagen. So ist er eine ausnahmslose Empfehlung für alle Musikfreunde, die aus ihren Lautsprecher das Maximum an Klangqualität herausholen möchten.

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